Dienstag, 23. März 2010

There's no place like home



(Von links nach rechts) Jana, Anna, Jutta, Mirjam, Erika und Paddy nach einem großartigen Tag im Pub!
Unter Anderem gab es Mirjams 20. Geburtstag zu feiern!


Im Handumdrehen waren die letzten zwei Wochen Arbeit nach den Ferien verflogen. Gerade weil ich wusste, dass ich bald fertig bin, habe ich das, was mir so schon Spaß gemacht hat, noch mehr genossen und das, was mir weniger lag, fiel mir genauso leicht wie der Rest.
An meinem letzten Arbeitstag habe ich dann noch Bekanntschaft mit einer merkwürdigen Tradition gemacht. Vorzugsweise an Geburtstagen oder vor der Hochzeit werden die betreffenden Personen an einen Laternenpfahl gebunden und mit hauptsächlich Eiern und Mehl überschüttet. In meinen Ohren klang das zuerst ziemlich grausam und zudem moralisch inakzeptabel Essen auf diese Weise zu verschwenden. Doch da mein Geburtstag im Juni ist und ich bis dahin nicht mehr da bin, hab ich von den Kids in Glenfield ein Abschiedsgeschenk der anderen Art bekommen und überraschender Weise hat es sich als enormer Spaß herausgestellt – wenn man mitspielt. (Leider hab ich davon bis jetzt noch keine Bilder.)
Ich werde den Blick von Erika nie vergessen, als sie mir die Tür aufgemacht hat und ich mit Eiern, Mehl, Honig, Chutney, Dosen-Gerichten und Limonade getränkt und in zwei großen Mülltüten für den Transport im Auto eingepackt vor der Tür stand. Nach einer langen Dusche und einer gründlichen Wäsche von Kleidung und Schuhen war aber bis auf ein paar verstreuten Eierschalen von meinem „Geschenk“ nichts mehr zu sehen. Ich war nur froh, dass ich keine Dreads mehr hatte, denn sonst hätte ich mir wahrscheinlich den Kopf rasieren müssen.

Am nächsten Wochenende war ich dann noch ein letztes Mal Shopping in Belfast mit Erika und Mirjam und am Samstagabend hatten wir bei Jana und Paddy unser erstes BBQ dieses Jahr.

Die darauf folgende Woche war mein EVS offiziell zwar schon vorbei, da aber Jana und Paddy das Wochenende darauf heirateten und ich eingeladen war, blieb ich noch bis zur Hochzeit.

Genug zu tun hatte ich aber trotzdem noch und war eigentlich die ganze Woche beschäftigt mit Abschlussberichten, Hochzeitsgeschenk, Jana bei Kuchendeko und Tischkärtchen helfen und ihren Junggesellinnenabschied vorbereiten. Den feierten wir in unserm EVS-Haus, waren zuerst aus für Dinner, nahmen dann eine CD auf und vertrieben uns den restlichen Abend mit diversen Spielchen.


Erika und Jana am Singen... oder beim Versuch =P

Am Samstag war dann der große Tag! Wir haben uns alle schön schick gemacht und waren ganz gespannt. Der Gottesdienst und auch die Reden vor dem Essen waren zweisprachig, was u.a. den Pfarrer vor einige Herausforderungen stellte und für alle Deutschen ziemlich amüsant war. Das Dinner und die Party danach mit allen war der absolute Hammer und für mich der perfekte Abschluss für meinen Aufenthalt in Nordirland!

Erika und ich mit der Braut

Alle EVS-Freiwilligen vom Carrickfergus YMCA 09/10 (von links nach rechts): Anna, Erika, Mirjam und Jutta

Der Bräutigam und ich zu später Stunde XP

Am Sonntag musste ich mich die große Pack-Hürde überwinden, die ich zuvor erfolgreich vor mir hergeschoben habe und als unglaublicherweise wirklich alles in der Tasche verstaut war, kamen noch ein paar Leute und sogar Jana und Paddy für ein gemütliches Nachmittags-Sit-in bei uns im Wohnzimmer vorbei, was mich total gefreut hat und wirklich schön war.
Am Montag verabschiedete ich mich von meinen Mitbewohnern bevor sie auf Arbeit verschwanden, so dass ich noch ein paar Stunden allein im Haus hatte, die ich mit der tollen Gitarre verbracht habe. Irgendwann kamen dann Jana und Paddy vorbei und holten mich ab. Jana hatte mir schon vor längerem den Vorschlag gemacht, mich mit nach Dublin zu nehmen, wenn ich einen Flug zur passenden Zeit bekomme wenn sie auf Flitterwochen fliegen und das hat geklappt. Ich war total froh, denn als ich mit Lena im Bus nach Dublin saß und mir vorstellte, in ein paar Wochen in dem gleichen Bus alleine auf meinem Weg zum Flughafen zu sitzen, ist mir schlecht geworden.

Am Flughafen gab es dann noch ein kleines Drama wegen einer übergewichtigen Tasche (ich hatte wohl doch etwas zu gut gepackt und vor allem zu viel geshoppt) und keinem Duty free im Duty-free-shop (weil es das nur noch gibt, wenn man außerhalb von Europa fliegt, hallo?!). Von Jana und Paddy musste ich mich dann aus Zeitnot leider ziemlich knapp verabschieden und saß dann auch schon in meinem Flieger nach Frankfurt.


Jetzt bin ich seit einer Woche wohlbehalten zurück in der Heimat, denke immer noch viel und gerne an Nordirland, genieße aber einfach meine Zeit hier, das schöne Frühlingswetter (das wir überraschenderweise die letzten Wochen im Norden aber auch hatten), Spaziergänge an meinem lang ersehnten Main, den einfach kein Meer ersetzen konnte, Family and Friends und WÜRZBURG!

Und es stellt sich natürlich auch die große Frage, was ich denn jetzt mache. Nachdem ich nur ein halbes Jahr weg war und die meisten Studiengänge, die mich interessieren, im Wintersemester anfangen, werde ich bis dahin noch in Würzburg bleiben und ein bisschen Erfahrungen mit Praktika im Bereich Geo/Umwelt/Forschung sammeln und sehen, ob das das Richtige für mich ist.
Außerdem genieße ich natürlich auch noch die verbleibende Zeit in meiner Heimatstadt mit Freunden und im Hotel Mama =D