Dienstag, 13. Oktober 2009

Work


Da sich bis jetzt in meinen Blog-Einträgen ziemlich wenig um meine Arbeit gedreht hat, ich oft danach gefragt werde und sich langsam sowas wie Alltag eingestellt hat, dachte ich mir, ich erzähle euch einfach mal was ich hier eigentlich mache (leider habe ich keine Bilder, aber der Text ist ja lang genug für einen Eintrag).


Wie schon gesagt dreht sich hier fast alles um das PAKT-Projekt (Parents and Kids Together). Es gibt zwei YMCA-Stellen in verschiedenen Stadtteilen von Carrickfergus wo ich in diesem Projekt arbeite.


Hauptsächlich ist das in Glenfield, wo es ein eigenes Haus gibt und wo Programme für Eltern und Kinder angeboten werden.

Einmal die Woche bin ich vormittags da und hänge einfach mit Müttern und ihren Kindern ab. Das klingt jetzt vielleicht etwas langweilig, aber Maurice hat mir gesagt, dass die Vormittage für die Mütter total wichtig sind, weil sie da einfach mal ausspannen, mit andern Müttern tratschen, an den Computern ins Internet gehen oder den EVS-Freiwilligen Nordirischen Wortschatz beibringen können =P. Die Kinder können mit andern Kindern spielen oder den ganzen Vormittag den Kindersender schauen, der ein Programm von Bastelsendungen bis zu Zeichensprache-Lernkursen zeigt. Das alles ist bei ihnen zu Hause (teilweise bei paramilitärischen Ehemännern, bzw. Vätern) nicht immer möglich und deswegen ist es unser Job an diesen Vormittagen für sie da zu sein, egal ob ich jetzt einfach nur Kaffee koche, mich mit den Müttern unterhalte oder mit den Kids spiele oder fernsehe.

Nachmittags gibt es verschiedene Angebote für Kinder im Grundschulalter (ca. 6-12 sag ich jetzt einfach mal). Ich bin mittwochs beim Zeichensprachkurs (es kommt eine Lehrerin, die den Kids Zeichensprache beibringt) und danach beim Fußball (ich muss mitspielen!). Donnerstags ist Open House, d.h. kein festes Programm. Die Kids können einen Film ansehen, ein Spiel spielen, an den Computern ins Internet gehen, raus in den Garten oder sich an den zahlreichen Spielekonsolen (Playstation 2+3, X-Box, Wii,… die sind hier wirklich „gut equipped“!) austoben. Ich beaufsichtige eines der Dinge (wir wechseln uns jede Woche mit den Räumen ab). Freitags gebe ich einen mehr oder weniger effektiven Gitarrenkurs und danach geht’s ins Schwimmbad, wo eine Lehrerin Schwimmunterricht gibt (wir müssen dabei aber nur am Rand sitzen und die Lehrerin unterstützen, die Kids loben oder zurechtweisen und sie beim umziehen anfeuern, damit in meinem Fall die Mädels beim Schneller-Sein gewinnen). Außerdem gibt es noch einen Koch- und Computerkurs, Bibelkreis, uvm.

Donnerstagabend von 19-22 Uhr ist dann noch Teenagers’ Club für Teenager eben, also so 13 bis 17-Jährige. Da ich den ganzen Mittwoch und Donnerstag gearbeitet habe, bin ich leider immer ziemlich erschöpft, obwohl ich den Abend gerne mehr genießen würde. Da findet nämlich das Filmprojekt statt, von dem ich schon erzählt habe. Die beiden Jungs, die uns in Belfast auch den Kurs gegeben haben, kommen vorbei und betreuen das Projekt. Es ist immer ziemlich laut, macht aber Spaß!


Die zweite Stelle ist in Woodburn, wo es kein eigenes, aber ein gemietetes Haus mit Turnhalle und allem gibt. Hauptsächlich arbeitet Jutta dort, ich nur an einem Vor- und einem Nachmittag die Woche.

Vormittags finden in Woodburn Kurse für Erwachsene statt, also Englisch, Mathe (letzte Woche waren es Brüche und Potenzen) usw. und währenddessen passen wir in der Creche („Krippe“) auf die Kids auf. Das ist nun die jüngste Altersstufe, mit der ich zu tun habe mit Kindern von 0 bis 4 schätzungsweise. Der Vormittag beginnt mit einem schnellen Aufbauen in der Turnhalle von Matten, Abgrenzungen, unzähligen Spielzeugen und eben alles, was ein Kinderherz begehrt. Von 9:15 Uhr bis 12:00 Uhr können sich die Kinder dann dort austoben. Es gibt eine Breaktime (Pause), wo es dann auch Toasts, Obst und Trinken für die Kids gibt und auch mal Einheiten wie Geschichte vorlesen oder zusammen musizieren (letzte Woche haben wir ihnen "Alle meine Entchen" beigebracht).

Die Arbeit in der Creche macht zwar Spaß, ist für mich aber manchmal auch eine echte Herausforderung, da ich noch nie mit Babies gearbeitet habe und oft nicht weiß, was zu tun ist, wie ich sie halten soll, was sie wollen, wenn sie schreien, usw. But I’m learning.
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Nachmittags findet von 15 bis 17 Uhr der After School Club statt, wo Kinder im Grundschulalter kommen, Hausaufgaben machen und danach an den von Tag zu Tag verschiedenen Aktivitäten teilnehmen. Ich habe dienstags Kochen abbekommen, allerdings hat mir Jana gesagt, dass sich das wahrscheinlich ändern wird und es dienstags eine Garten-Session gibt, auch gut.


Meine letzte Aufgabe ist im Jugendzentrum „Area 51“. Ähnlich wie bei uns im CVJM gibt es hier einen Raum mit Billard, Tischkicker, Computer und gemütlichen Sitzecken, der an vier Tagen die Woche für Teenager geöffnet hat.

An unseren ersten Abenden war in der Area nie was los, was überwiegend daran lag, dass viele nicht wussten, dass das Zentrum wieder offen hat und das Wetter auch viel zu gut war, als dass die Kids sich irgendwo reinsetzen.

Letzten Freitag hatten wir dann einen Abend, der genauso war, wie uns Emma und Jana in unserem Einführungsvortrag gewarnt hatten. Die Jugendlichen haben Alkohol mitgebracht (der wurde an der Eingangstür sofort abgenommen) oder waren schon betrunken. Es flogen Sofakissen, ganze Sofas oder irgendwelche losen Gegenstände durch den Raum, es wurde gebrüllt und getobt, überall drauf rumgeklettert und jede Tür zu Büros & Co fünfmal ausprobiert, ob sie sich nicht doch öffnen lässt. Der Abend endete dann mit einem großen Rausschmiss, einem gefluteten Klo, einer eingetretenen Glasscheibe neben der Eingangstür und einer tropfenden Decke.

Noch haben keine Programme gestartet, es wird aber eine Theatergruppe, einen Sexual-Health-Kurs u.Ä. geben. Ich bin schon gespannt =D